Archiv für den Monat: November 2013

Zweitveröffentlichungsrecht

Der Bundestag hat Anfang Oktober der Änderung des Urheberrechtsgesetzes zugestimmt und damit einen Vorschlag der Bundesregierung aus der letzten Legislaturperiode umgesetzt. Die Änderung wurde im Bundesgesetzblatt Teil I Nr. 59 vom 08. Oktober 2013 veröffentlich und tritt am 01. Januar 2014 (Regelungen zu den „vergriffenen Werken“ am 1. April 2014) in Kraft. Dabei wurde dem §38 des Urheberrechts folgender Absatz 4 hinzugefügt:

„(4) Der Urheber eines wissenschaftlichen Beitrags, der im Rahmen einer mindestens zur Hälfte mit öffentlichen Mitteln geförderten Forschungstätigkeit entstanden und in einer periodisch mindestens zweimal jährlich erscheinenden Sammlung erschienen ist, hat auch dann, wenn er dem Verleger oder Herausgeber ein ausschließliches Nutzungsrecht eingeräumt hat, das Recht, den Beitrag nach Ablauf von 12 Monaten seit der Erstveröffentlichung in der akzeptierten Manuskriptversion öffentlich zugänglich zu machen, soweit dies keinem gewerblichen Zweck dient. Die Quelle der Erstveröffentlichung ist anzugeben. Eine zum Nachteil des Urhebers abweichende Vereinbarung ist unwirksam.“

(Nachzulesen hier: Bundesgesetzblatt Teil I Nr. 59 )

Dieses Gesetz gilt selbstverständlich für alle wissenschaftlichen Mitarbeiter der Leibniz-Gemeinschaft und sollte bei Publikationen ab 2014 immer beachtet werden!

Open Access: Das Urheberrecht muss der Wissenschaft dienen

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat dieses Jahr für sich entdeckt, das frei zugängliches Wissen und Informationen Forschung unterstützen und Innovationen vorantreiben kann. Außerdem kam es zu dem Schluss, dass wissenschaftliche Informationen aus öffentlicher Finanzierung auch frei im Netz verfügbar sein sollen. Deswegen hatte es  einen strategischen Dialog zum Thema „Wissenschafts- und innovationsfreundliches Urheberrecht für die digitale Wissensgesellschaft“ einberufen, in dem unter anderem Akteure und Fachleute aus der wissenschaftlichen Praxis, den Wissenschaftsorganisationen, dem Bibliotheks- und Museumswesen, dem Bildungs- und Innovationssektor, dem wissenschaftlichen Verlagswesen, der Verwaltung sowie Urheberrechtler tätig waren.

Als Ergebnis können u.a. sowohl die Regelung zu verwaisten und vergriffen Werken und das unabdingbare Zweitveröffentlichungsrecht, gültig ab 2014, festgehalten werden.

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