Archiv für den Monat: September 2016

BMBF veröffentlicht eigene Open-Access-Strategie

Heute hat das BMBF seine eigene Open-Access-Strategie veröffentlicht  (vgl. die Pressemitteilung des BMBF und https://www.bmbf.de/files/Open-Access-in-Deutschland_Online-Publikation.pdf).

Diese enthält zum einen ein OA-Mandat für BMBF-geförderte Projekte, zum anderen aber auch interessante Ansätze für eine zentrale nationale Rolle  des BMBF bei Open Access. Z.B. soll es ein BMBF-Dialogforum mit „zentralen Akteuren des deutschen Wissenschaftssystems“ geben oder einen nationalen „Open-Access-Monitor“, der nicht nur den Anteil von OA-Veröffentlichungen an allen Publikationen messen soll, sondern auch die finanziellen Aufwendungen in diesem Bereich.

Marco Tullney von der TIB hat dazu bereits eine sehr differenzierte und lesenswerte Einschätzung auf dem Blog der TIB veröffentlicht. Er schreibt:

Insgesamt ist die Open-Access-Strategie zu begrüßen. Bemerkenswert ist das klare Bekenntnis zu Open Access und zur Umstellung auf Open Access. Ähnliche Positionierungen haben v.a. die Forschungsorganisationen in der letzten Zeit vorgenommen, zuletzt mit deutlich klarer und schärfer als bisher formulierten Open-Access-Strategien die Helmholtz-Gemeinschaft und die Fraunhofer-Gesellschaft. Auch die Leibniz-Gemeinschaft überarbeitet zur Zeit ihre Open-Access-Strategie. Sie hat sich bereits im „Pakt für Forschung und Innovation“ für das Ziel, Open Access zum Standard zu machen, ausgesprochen.

Im Detail finden sich teilweise noch wenig konkrete Festlegungen und Ziele. Es wird vor allem auf die bereits existierenden Initiativen und Trends verwiesen. Hier möchte das Ministerium unterstützen durch eigene Aktivitäten (Information, Auswertung). Bei den eigenen Förderkriterien bleibt die genaue Positionierung noch unklar, aber grundsätzlich ist eine Open-Access-Klausel in der BMBF-Förderung sehr begrüßenswert. Das Ziel des Monitoring ist spannend und notwendig (siehe auch „Wie messen wir unseren Open-Access-Anteil“) und verdient die Unterstützung weiterer Akteure aus der Wissenschaftslandschaft. Ein Strategiepapier legt die großen Linien fest. Die Implementierung der angekündigten Maßnahmen wird Konkretisierungen erfordern, dabei wird es auch vielfältige Kooperationsmöglichkeiten mit existierenden Vorhaben geben.

Das BMBF legt Wert darauf, dass die Open-Access-Modelle nur gelingen können, wenn die digitalen Publikationen „durch technische und organisatorische Maßnahmen zitierbar, auffindbar und dauerhaft verfügbar“ gemacht werden können. Es ist gut, dass wir Bibliotheken und Einrichtungen der Informationsinfrastruktur haben, die sich bereits seit langem dafür aufgestellt haben und die solche Anforderungen in Regelsets wie dem des DINI-Zertifikats verankert haben. Die Open-Access-Transformation kann kommen!

Die „Welt“ hat ebenfalls dazu ein Interview mit Bundesministerin Wanka geführt:                                                  https://www.bmbf.de/de/das-buch-wird-nicht-verdraengt-3338.html