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Workshop-Fazit: Offene und datengetriebene Innovationen für Bildungsmedienanbieter

In den vergangenen Jahren wurden zunehmend Veränderungen an Schulen und Hochschulen durch digitale Bildungsmaterialien thematisiert. Die Potenziale von Offenheit und großen Datenmengen für Innovationen der Bildungsmedienanbieter wurden dabei bisher nur beschränkt wahrgenommen. Eben diese Potenziale wurden im vom IPN – Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik, dem DIPF – Deutsches Institut für Internationale Pädagogische Forschung und dem Know Center Graz organisierten Workshop auf der Didacta 2016 in Köln thematisiert. Der einführende Vortrag von Frau Ass.-Prof. Dr. Elisabeth Lex (Know Center) trug daher den Titel „Data driven Business: Der Nutzen von (offenen) Daten für den Bildungsbereich“ (Folien werden nachgereicht) und widmete sich u.a. folgenden Fragestellungen:

  • Welchen Nutzen haben Daten für Content Provider haben und wie können diese von der Idee eines Data driven Business profitieren?
  • Welche datenzentrischen Services benötigen Lernende und Lehrende?
  • Welche Daten entstehen beim Lernen und wie können diese wieder in den Prozess einfliessen?

Frau Lex führte zuerst in den Bereich Big Data ein, stellte den Flea Market for Open Data aus dem Projekt CODE vor und schlug dann den Bogen über die OER Commons hin zur Wertschöpfungskette im Bereich Data driven Business und welchen Benefit diese Entwicklung für Lehrende, Lernende und Bildungsmedienanbeiter haben kann.

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Der zweite Vortrag von Ingo Blees (DIPF/Deutscher Bildungsserver) stellte die Machbarkeitsstudie des Deutschen Bildungsservers zu OER-Infrastrukturen vor und trug daher passend den Titel: „Open Educational Resources – Infrastrukturen: Potentiale, Herausforderungen, Perspektiven“ (Folien). Der Vortrag beschäftigte sich vor allem mit folgenden Punkten:

  • Begriff und Potenziale von OER
  • Die Machbarkeitsstudie zu OER-Infrastrukturen: Auftrag, Methodisches Vorgehen, Empfehlungen
  • Perspektive Metadaten-Austausch-Service MDAS

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Im Anschluss an die beiden Vorträge gab es durch ein Worldcafé die Möglichkeit, die aufgestellten Thesen direkt mit den Vortragenden zu diskutieren. An drei Tischen (einer zum Vortrag von und mit Frau Lex, einer zum Vortrag von und mit Herrn Blees und ein freier Diskussions-Tisch mit mir) wurden teilweise sehr hitzig einzelne Aspekte diskutiert und auf Probleme, Grenzen aber auch Möglichkeiten hingewiesen. Die Ergebnisse finden sich in der Bildergalerie und ich möchte an dieser Stelle nur auf einzelne Themen eingehen, die an allen drei Tischen angesprochen wurden.

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1. Qualität

Die Frage nach der Qualität und der Qualitätsgarantie der OER-Materialien ist eine zentrale und wurde anscheinend auch auf dem OERCamp in Berlin diskutiert (siehe Bericht). Dank des Internets besteht die Möglichkeit auch mehrere Qualitätsebenen/-kriterien zu verwenden und diese dem Nutzer anzubieten, der dann je nach Anwendungszusammenhang auswählen kann: Redaktionelle Prüfung, Community-Bewertung (bspw. durch Sterne) oder auch Nutzungsdaten (Häufigkeit des Aufrufs/Downloads etc.). Damit kann die Qualitätsdiskussion zu OER etwas strukturiert werden bzw. die Möglichkeiten der Mehrschichtigkeit der Digitalität ausgeschöpft werden. An meinem Tisch kam die Idee einer Zertifizierungsstelle für OER auf und eine Art Qualitätssigel für „verwendbare“ Materialien. Die TeilnehmerInnen des OERCamp empfanden anscheinend Bibliotheken als dafür geeignet. Die DiskussionspartnerInnen bei Frau Lex überlegten, ob Qualität nicht über die Herkunft der Materialien oder eine Policy gewährleistet werden kann. An dieser Stelle muss ich Frau Fahrenkrog zustimmen:

Mich bringt das ins Nachdenken, weil der Sinn von Open in all seinen Ausprägungen doch auch ist, dass kollaborativ und partizipativ über Anmerkungen, Ergänzungen, Reviews, Überarbeitungen u.ä der Materialien eine Qualitätssicherung durch die jeweiligen Peers erfolgt.

Aber diese Form der Qualitätssicherung hat sich noch nicht durchgesetzt und wird auch v.a. von FachdidakterInnen (z.B. am IPN) als kritisch gesehen. In dem Rahmen der Qualitätssicherung wurde auch über rechtliche Sicherheit bei der Verwendung von OER diskutiert. Anscheinend sind trotz der CC-Lizenzen (und anderer Lizenzen für offene/freie Materialien) die Bedenken, OER einfach zu verwenden sehr groß. Das betrifft vor allem Fragen nach den Urheberrechten/ dem Copyright und den Möglichkeiten des Remixing.

2. Standards

In dem Bereich der Standards gehören neben den Metadaten und wie diese gematcht oder ausgetauscht werden können, auch entsprechende Infrastrukturen, die den Austausch der OER-Materielien und der dazugehörigen Metadaten problemlos ermöglichen. Hier scheint es noch Ausbaupotential zu geben. Viele Angebote wie das ZUM Wiki oder das Projekt Mapping OER sind noch nicht hinreichend bekannt. Von kleinen Start-Ups wie Tutory ganz zu schweigen. Hier wären eine stärkere Vernetzung und Austausch-/Nachnutzungsmöglichkeiten verschiedener Materialien verschiedener Plattformen wünschenswert. Es gibt auch bereits Lösungen, die dieses Problem angehen: ELIXIER und EduTags. Für die Metadaten (und die Materialien) braucht es passende Repositorien und Austausch- und Verarbeitungstools.

Neben den technischen Standards spielen natürlich auch Standards des Datenschutzes eine große Rolle. Mit individuellen Lösungen bzw. Individualisierung der Plattformen/Materialien tritt man der Diskussion bei, die schon im Bereich des Web 2.0 geführt wird – schlagen dann künftig Algorithmen vor, welche OER am besten zu mir und meinem Unterricht/meinem Lernverhalten passen? Möchten wir das? Wenn es Business-Modelle zu OER gibt, was passiert mit den aggregierten Daten? Wie kann Anonymität gewährleistet werden? Diese und ähnliche Fragen müssen im Kontext von OER unbedingt mitdiskutiert werden.

3. Business vs./und AnwenderInnen

Natürlich wurden im Worldcafé nicht nur die Möglichkeiten von OER für Lehrende und Lernende diskutiert, sondern vor allem auch die Möglichkeiten für Bildungsmedienanbeiter (auch wenn diese leider nur sehr sparsam vertreten waren). Also Verwertungsmöglichkeiten für OER: Monetarisierung, Verschliessen vs. Verschenken, Wie kann man rechtlich sicher mit OER Geld verdienen? Welche Geschäftsmodelle gibt es schon oder sind denkbar? Hier könnte man sich an der freie Software/Open-Source-Software-Bewegung orientieren, die es geschafft hat, tragbare Verwertungsmodelle zu entwicklen. Die AnwenderInnen wiederum wollen natürlich alle Formen der Interaktion, Inklusion oder Kontextualisierung, die mit OER möglich sind, offen und ungehindert austesten können. Dazu gehören z.B. Content Mining, User generated Content, der Einsatz in sogenannten Flipped Classrooms und vieles mehr. In diesem Zusammenhang wurde auch die Frage in die Runde geworfen, wer denn Schulungen im Bereich OER anbietet, für alle Seiten: Lehrende, Lernende, Bildungsmedienanbieter, VerwerterInnen und AnwenderInnen. Auch an dieser Stelle scheint es noch Informationsbedarf zu geben.

Unser Workshop hat viel Sapß gemacht, die TeilnehmerInnen waren durchweg interessiert und motiviert, auch wenn 2 Stunden zu kurz sind, um die genannten OER-Aspekte bis in die Tiefe durchzudiskutieren. Abschließend lässt sich sagen, dass OER zwar sehr wohl als Hype bezeichnet werden kann, aber im Zuge von Digitalisierung, auch was Schul-und Lernmaterialien betrifft (siehe z.B. scook von Cornelsen oder meinUnterricht.de) als eine Möglichkeit für die Gestaltung von Lehr- und Lernprozessen beachtet werden muss. Wichtig ist es, die Bildungsmedienanbeiter wie Schulbuchverlage, Schulfilmhersteller etc. und natürlich die Menschen vor Ort, also LehrerInnen und SchülerInnen in den Prozess mit einzubeziehen. Vielleicht wäre auch bei OER das Konzept der Ambassadors/MultiplikatorInnen, wie es bei Open Access mittlerweile etabliert ist, angebracht.

Ich bedanke mich an dieser Stelle bei meinen beiden fleißigen Mitorganisatoren Christoph Schindler (DIPF) und Peter Kraker (Know Center), ohne die dieser Workshop nie zustande gekommen wäre und bei unserem Kooperationspartner Didacta Verband!

©Text und Bilder von: Alexandra Jobmann
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Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz.

PiA

Physik im Advent

Und nicht vergessen, auch dieses Jahr kann wieder jeden Tag ein physikalischens Weihnachtsexperiment gemacht werden:

„Ihr nennt es Spielen, wir nennen es Experimentieren.

Mit „PiA – Physik im Advent“ haben wir einen Adventskalender der besonderen Art entwickelt: einen physikalischen Adventskalender. Darin stellen wir Jungforscherinnen, Jungforschern und allen, die daran Spaß haben, 24 kleine einfache Experimente und physikalische Rätsel vor. Sie sollen die Freude am Selber-Experimentieren wecken oder für Spannung beim Zuschauen sorgen.

Vom 1. bis zum 24. Dezember 2015 wird jeden Tag per Video-Clip ein Experiment vorgestellt, das Ihr nachmachen könnt. Auf der Webseite könnt Ihr anschließend die Fragen im Laufe des Tages beantworten. Die Auflösung der in dem Experiment aufgeworfenen physikalischen Frage erfolgt am nächsten Tag ebenfalls per Video…..“ [weiter]

Forschungsdatenmanagement

Passend zur Einführung offizieller Leitlinien zum Umgang mit Forschungsdaten durch die DFG (hier) ist auch meine Handreichung und noch viel wichtiger, die Infografik zum Thema Forschungsdatenmanagement am IPN fertig geworden!

Forschungsdatenmanagement
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Infographik Forschungsdatenmanagement von Alexandra Jobmann ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz.

 

Hier findet sich die Handreichung:   Informationen zum Thema Forschungsdatenmanagement

Weitere Informationen unter:

http://www.ipn.uni-kiel.de/de/das-ipn/bibliothek/forschungsdatenmanagement/forschungsdatenmanagement

IPN bekennt sich zu Open Access

Die Geschäftsleitung des IPN hat am Montag dieser Woche ein Papier zur Open Access Policy des IPN verabschiedet. Die Direktorinnen und Direktoren empfehlen den IPN-Wissenschaftlerinnen und -Wissenschaftlern, Forschungsergebnisse im Sinne des Open Access-Prinzips zu veröffentlichen. Dies geschieht im IPN möglichst unmittelbar durch Veröffentlichung in Open Access-Publikationsmedien und – im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten – durch parallele oder schnellstmögliche nachträgliche Zugänglichmachung der Publikationen über Dokumentenserver (Repositorien). Bei unmittelbarer Open Access-Veröffentlichung empfiehlt das IPN die Veröffentlichung unter einer freien Nutzungslizenz (zur Zeit CC BY 4.0).

Open Access steht für den unbeschränkten und kostenlosen Zugang zu qualitätsgeprüfter wissenschaftlicher Information im Internet. Durch den Wegfall technischer, finanzieller und rechtlicher Barrieren trägt Open Access dazu bei, wissenschaftliche Innovationsprozesse zu beschleunigen und die Sichtbarkeit von Forschungsergebnissen zu verbessern. Dadurch werden wissenschaftlich Arbeitende in ihren Forschungs- und Publikationsprozessen unterstützt und der Nutzen öffentlich geförderter Forschung maximiert. Das Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik (IPN) als Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft bekennt sich zu Open Access. Mit seinem Auftrag, durch Forschung die Pädagogik in den Naturwissenschaften und in der Mathematik weiter zu entwickeln und zu fördern und Grundlagenforschung im Bereich Lehren und Lernen durchzuführen, hat das IPN ein besonderes Interesse daran, seine Ergebnisse frei zugänglich zu machen. Es folgt damit der „Berliner Erklärung über offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen“ und der „Leitlinie zu Open Access in der Leibniz-Gemeinschaft“ (Pressemitteilung des IPN).

IPN_OpenAccessPolicy

Vortrag Vergleich von Altmetrics-Providern auf der Jahrestagung der Leibniz-Bibliotheken

Vom 17.09. bis 18.09. 2015 fand im ZMT – Zentrum für Marine Tropenökologie Bremen die 16.  Jahrestagung des Arbeitskreises Bibliotheken und Informationseinrichtungen der Leibniz-Gemeinschaft statt. Ich war eingeladen unser Altmetrics-Projekt im Forschungsverbund Science 2.0 und die letzten Ergebnisse daraus vorzustellen. Das Thema war daher der Vergleich der aktuell auf dem Markt verfügbaren Altmetrics Provider, deren Angebot und vor allem deren Ergebnisse im Bereich Altmetrics-Analysen. Wir haben diese Studie 2014 durchgeführt und mussten feststellen, dass die Anbieter sich bei ein und dasselben Datenset an DOIs teilweise gravierend zum einen in der Abdeckung (also in der Anzahl der gefundenen Artikel) und zum anderen im Impact (also der gefundenen Altmetrics-Daten zu den Artikeln) unterscheiden. Die Slides sind als PDF unter CC-BY-4.0 verfügbar.

JT2015_Vortrag Altmetrics Analysetools_Alexandra Jobmann

Creative Commons Lizenzvertrag
Altmetrics für die Leibniz-Gemeinschaft: Ein Vergleich verschiedener Analyse-Tools von Alexandra Jobmann ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz.

Den vollständigen Bericht zu der Studie findet ihr hier.

Create your own Jeopardy – spielend im Unterricht lernen

Jeopardy! war/ist eine Fernseh-Quizshow, bei der den TeilnehmerInnen Antworten aus verschiedenen Kategorien präsentiert werden und man schneller als der Gegner die dazu passende Frage formulieren muss. Die Älteren unter euch erinnern sich vielleicht noch daran 🙂

Das Jeopardy-Prinzip hat Jahrzente nach seiner Erfindung durch das Internet Einzug in die interaktive Gestaltung von Lernumgebungen (Workshops, Unterricht, Seminare etc.) gehalten. Die Seite JeopardyLab bietet z.B. vorhandene Jeopardys (in vielen verschiedenen Sprachen und Themen) und die Möglichkeit, selbst eins zu erstellen. So könnte in der Schule das deutschsprachige Jeopardy für den Chemie-Unterricht verwendet werden, das auch dann viel Spaß macht, wenn man die Schule schon lange hinter sich gelassen hat (von mir für euch getestet 🙂 )

Probiert doch mal das aus statt schnöde Leistungstests zu schreiben! ^^

SAVE THE DATE: Open-Access-Workshop für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren

Open-Access-Workshop für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren in der Leibniz-Gemeinschaft am 16.09.2015 in Bremen

Am Mittwoch, 16.09.2015, am Vortag der Jahrestagung des AK Bibliotheken und Informationseinrichtungen der Leibniz-Gemeinschaft, findet ein Open-Access-Workshop für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren in der Leibniz-Gemeinschaft statt. Der Workshop wird von ZB MED – Leibniz Informationszentrum Lebenswissenschaften, der Technischen Informationsbibliothek Hannover (TIB), der ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft, dem Arbeitskreis Open Access und der Geschäftsstelle der Leibniz-Gemeinschaft organisiert.

Die Veranstaltung wird aus Vorträgen und fachspezifischem Erfahrungsaustausch bestehen und sich thematisch an den Open-Access-Aktivitäten der Leibniz-Gemeinschaft orientieren. Sie richtet sich an Open-Access-Beauftragte oder -Verantwortliche, Publikationsmanagerinnen und -manager sowie alle anderen Interessierten aus Leibniz-Instituten.

♥ Liebe WissenschaftlerInnen, das ist euer Stichwort! Kommt nach Bremen, werdet Open Access Multiplikatoren und zeigt eurer Community wie die Zukunft des Publizierens aussieht! ♥

Die Veranstaltung findet am 16.9.2015 von 9-18 Uhr im Leibniz-Zentrum für Marine Tropenökologie GmbH in Bremen statt. Die Teilnahme ist kostenlos.

Das vorläufige Programm finden Sie hier: SAVE_THE_DATE_Open_Access_Workshop. Die Registrierung wird voraussichtlich ab Mitte Juli möglich sein.

 

OERcamp 2015 in Berlin! – Das #OERcamp2015 zieht unter das Dach der Educamps!

Da das MOOCcamp auch unter dem Dach der Educamps stattfindet, wird es nicht 3 hintereinander oder parallel stattfindende Barcamps geben, sondern ein großes, thematisch auf die 3 Bereiche abgestimmtes Barcamp.

Das heißt eine Anmeldung, ein Teilnehmerstatus und eine gemeinsame Sessionplanung. Die einzelnen Sessions werden mit dem passenden Hashtag (z.B. #OERcamp) dem jeweiligen Oberthema zugeordnet.  Zusäzlich zu den Barcamp-Sessions wird es einige, teilweise international besetzte Workshops zum Thema Open Educational Resources (OER) geben. So kann man seinem thematischen Schwerpunkt folgen und es findet gleichzeitig eine Vernetzung der Aktiven aus allen drei Bereichen statt.

Wann? 04.-06. September 2015

Wo? Berlin

Weitere Informationen? hier

Konferenz Wissensgemeinschaften am 25./26./27.06.2015 an der TU Dresden

Die Konferenz Wissensgemeinschaften verbindet drei sonst selbstständig stattfindende, thematisch aber zueinander passende Veranstaltungen:

  1. Gemeinschaften in Neuen Medien (GeNeMe2015) – Schwerpunkt: organisationale und technische Perspektiven im Kontext von Virtual Enterprises, Communities & Social Networks
  2. Professionelles Wissensmanagement (ProWM2015) – Schwerpunkt: integrativer Überblick über die organisatorischen, kulturellen, sozialen und technischen Aspekte des Wissensmanagements
  3. KnowldegeCamp 2015 – Schwerpunkt: Interaktion und Austausch rund um das Thema Wissensarbeit

Wissensgemeinschaften 2015 spricht sowohl Wissenschaftler als auch Praktiker an. Die Beiträge aus und für die Anwendungspraxis werden koordiniert vom Knowledge Research Center Dresden (http://www.krc-dresden.de). Das breit gefächerte Programm bietet den adressierten Communities viele Querschnitt-Themen zwischen Wissensmanagement und Online Communities sowohl aus Forschungs- wie auch aus Anwendungsperspektive

Termin: 25.-27. Juni 2015

Ort: TU Dresden

weitere Informationen unter: http://www.krc-dresden.de/wissensgemeinschaften-2015/

 

„The Bad News About the Good News“ – Nachlese zum BarCamp Science 2.0

Die gute Nachricht (laut Christian Heise) zuerst: Openness has won!

Wie das im Detail aussieht wurde am Dienstag (24.03.2015) auf dem der Science 2.0 Conference vorgelagerten BarCamp diskutiert. Es stand dabei unter dem Motto “Opening up Science, crossing borders”, das zum Glück so weit gefasst ist, das man da quasi alles diskutieren kann. Was bei den knapp 40 Teilnehmern dann auch zu einer erstaunlichen Breite an Session-Themen geführt hat.

Die fleißigen Organisatoren der ZBW haben über Etherpads dafür gesorgt, dass die Diskussionsstränge und -ergebnisse mit allen geteilt werden konnten: https://etherpad.wikimedia.org/p/s20bar

Der Rahmen (WLAN, Räume, Essen und Trinken) war ebenfalls ganz hervorragend organisiert.

Das war ja mein erstes BarCamp und zum Glück bin ich um die „offizielle“ Regel, dass alle Neulinge eine Session anbieten müssen, drumherum gekommen und konnte es somit als Teilnehmerin genießen.  Und beim Blick auf den Sessionplan ging schon das Gefühl los: es gibt eindeutig zu viele spannende Sessions und ich würde mich gern spontan verdoppeln oder verdreifachen. So ist die Qual der Wahl das erste was man lernt (ich will gar nicht wissen wie das bei den großen BarCamps ist O_o). Entschieden hatte ich mich als erstes für The Research Institute of/for the 21st century von @janschmidt. Hier diskutierten wir darüber, ob es in Zukunft noch Forschungsinstitute resp. Universitäten geben wird (Ja, aber…) und wie diese gegebenenfalls arbeiten. In dem Zusammenhang kam auch die Frage auf, ob wir in Zukunft noch Professoren/ Doktoren etc. brauchen oder ob wir nicht alle Citizen sind, die an einer Einrichtung wissenschaftlich tätig sind, ohne Titel oder Hierarchien. Ein schöner Gedanke. Jedenfalls sind wir zu dem Schluss gekommen, dass auch in Zukunft eine Forschungs- und Informationsinfrastruktur nötig sein wird und dies wahrscheinlich dann die Aufgabe der Forschungseinrichtungen sein wird, diese zur Verfügung zu stellen.

Session zwei war dann Altmetrics and scholarly communication von @PeterKraker und @elisab79, nicht so viel neues für mich dabei aber doch noch ein paar interessante Aspekte, vor allem aus der Diskussion nach dem kurzen Einführungsvortrag der beiden. So spannend, dass wir am Ende noch zu dritt so lange quasselten, bis die Hälfte der Mittagspause schon rum war. Also auf, Essen fassen. Hier dann ausführlich mit @Sascha_Foerster über seine Diss geschnackt und schwupps war die Zeit rum und es ging weiter mit Session 3. Manche Tage haben eindeutig zu wenig Stunden. Deshalb bin ich auch zu spät zu der Inforunde zum Thema German-speaking Open Science working group von @christianheise gekommen. Es wurde die Open Science AG Deutschland vorgestellt, die letztes Jahr im Rahmen des OK Festivals entstanden ist und geprüft, ob sich noch weitere Mitstreiter finden. Das Interesse daran war eigentlich bei allen vorhanden, aber wie so häufig fehlt die Zeit. Von der Open Science AG Graz kann gelernt werden, dass das Engagement eher bei konkreten Aktionen entsteht (z.B. open science ASAP, Hackathon mit Community-Treffen im Anschluss), ein Weg der auch hier eingeschlagen werden soll. Wichtig ist, das Bewusstsein für das Thema Open Science / Open Knowledge zu schaffen und es präsent zu halten.

Bei Session 4 war ich erst unentschlossen, wohin mich wenden. Bin dann zu @lambo zu Open Web Index: Why, how and who? gegangen und habe eine Menge über Webindizes, das Internet Archiv und Suchmaschinen gelernt.


Die letzte Session vereinte die beiden Diskussionsleiter vom Nachmittag (@lambo, @christianheise) und drehte sich eigentlich um zwei Themen: Facebook for science services and collaborative Tools. Leider haben wir nur den erste Teil konkret geschafft, wobei ResearchGate und Mendeley ja auch kollaborative Tools sind. Im Etherpad findet sich dazu auch eine Linkliste. Als Kernaussagen ließ sich festhalten, dass diese Facebook-für-Wissenschaftler-Tools wohl deshalb so gut funktionieren, weil sie ermöglichen, dass man im Web gefunden wird und sich dabei auch noch gut darstellen kann. Außerdem haben viele eine gute Nutzerperformance, funktionieren und sind einfach zu verstehen. Aber da sie kommerziell sind, sind alle Daten die dort drin landen, das Eigentum der Anbieter. Das ist dann doch sehr problematisch.

Alles in allem hat es mir sehr gut gefallen, diese offene Variante der Themen, wenig organisatorische Vorgaben und die Freiheit zu diskutieren, was man eben gerade spannend findet, ist eine tolle Mischung. Und da wir nur so wenige waren, sind alle problemlos zu Wort gekommen! Durch die Etherpads und Twitter hatte man außerdem die Chance zu verfolgen, was in den andern Diskussionsrunden so lief.

Und auf alle Fälle versuche ich künftig noch mehr BarCamps zu besuchen 🙂