Archiv der Kategorie: Open Access

The nonprofit Impactstory just released Unpaywall, an open-source Chrome/Firefox extension that links you to Open Access as you browse research articles. Hit a paywall? No problem: click the green tab, read it free.

Der grüne Tab erscheint auf der Artikelseite dann rechts am Bildschirm. Bleibt er grau, gibt es keine Open Access Version, ist er grün, dann gibt es eine. Neben reinen Open Access Artikeln werden automatisch auch Repositorien nach einer Zweitveröffentlichung durchsucht.

Wer einen anderen Browser als Chrome und Firefox verwendet, kann für die Prüfung auf Open Access Versionen auch den OA Button verwenden.

 

Avoid Paywalls, Request Data.

Hier einfach die URL des Artikels, die DOI, die PMID, die PMC ID, Titel oder Zitierung in den Suchschlitz eingeben und los gehts.

Natürlich gibt es keine Garantie, dass die beiden Tools immer eine Open Access Version des gewünschten Aufsatzes finden, sie sind dennoch eine große Hilfe.

Hit a paywall? No problem. Use this tools. Or ask your librarian! 🙂

Psychology: A high-prestige, community-based journal

Die Frage, was man als einzelne/r WissenschaftlerIn für die Förderung von Open Science tun kann, bewegt viele immer wieder. Neben dem ständigen Austausch mit den KollegInnen und der Verwendung von offenen Standards und Werkzeugen in der wissenschaftlichen Arbeit, z.B. Open Source Software und Tools wie GitHub, ist die Veröffentlichung wissenschaftlicher Ergebnisse als Open-Access-Variante eine Möglichkeit. Ein weiterer Schritt ist die Umwandlung von subskriptionsbasierten Journalen in Open-Access-Journale. Ein aktuelles, erfolgreiches Beipiel ist das Journal Glossa, ehemals Lingua. Bei diesem ehemaligen Elsevier-Journal ist der gesamte Herausgeberkreis zurückgetreten, nachdem der Verlag sich weigerte auf Open Access umzustellen und ist zur Open Library of Humanities gewechselt, um dort eine linguistische Open-Access-Zeitschrift zu hosten. Entgegen aller Unken-Rufe hat das der Zeitschrift nicht geschadet: „Not everything was bad in 2016: Glossa received 319 submissions, about the same number of articles as were submitted to Lingua in 2013, 2014, and 2015.“ [Quelle]

Das Beispiel Lingua/Glossa ist deshalb von so großer Bedeutung, weil es zeigt, dass die Marktmacht der Verlage durchaus angreifbar ist. In den meisten Disziplinen ist die Reputation der Verlage nebensächlich, die Reputation der Herausgeberkreise dafür umso relevanter. Letztere hätten deshalb auch am ehesten die Chance, Druck auf Wissenschaftsverlage auszuüben, auf transparent finanzierte Open-Access-Modelle umzustellen.

Eine Alternative zur Open-Access-Transformation ist die Gründung einer neuen Zeitschrift. Einer community-basierten z.b., ähnlich denen die früher von den Fachgesellschaften herausgegeben wurden. Ein ganz aktuelles Beispiel hierfür ist die Gründungsabsicht des Journals Psychology: A high-prestige, community-based journal. Dazu wurde heute ein Concept Document veröffentlicht, in dem das Konzept des Open-Access-Journals vorgestellt und für Mitarbeit geworben wird. Besonders spannend ist dabei der folgende Ansatz:

1. Publication is separated from evaluation. Authors “publish” their articles on a preprint service, like PsyArXiv, and choose whether to submit the article for peer review at Psychology.

3. Reviews are open, anonymity is optional. Editors select reviewers to review, and articles are openly available for community review and comment. […]

6. Psychology is open to a variety of subdisciplines and a variety of article formats. Sections of Psychology are established based on availability of editorial leadership for that section (e.g., Psychology: Clinical, Psychology: Developmental, Psychology: Reviews, Psychology: Adversarial Collaborations). At minimum, Psychology will be open to empirical studies in standard (written after results are known) and Registered Reports formats. Individuals or groups can propose new sections to Psychology’s Editorial Board.

Ziel ist es

to establish a single prototype of a highly credible, high prestige psychology journal that meets the present culture demands for outlets that signal high achievement. Simultaneously, this prototype could facilitate a marketplace of open scholarly communication efforts by the psychology community (and beyond) using open-source tools.

Es gibt also verschiedene Möglichkeiten, wie man als einzelne/r WissenschaftlerIn im Open Science Bereich aktiv werden kann. Besser/leichter/schneller/netter geht es natürlich, wenn man Gleichgesinnte in der Community findet, sich mit diesen vernetzt und gemeinsam etwas auf die Beine stellt.

Leibniz Institute for Science and Mathematics Education joins OpenAPC

Das IPN ist im Januar 2017 dem Projekt OpenAPC beigetreten, dass zum Ziel hat, Informationen über gezahlte Article Processing Charges (APC) offenzulegen.

We welcome the IPN (Leibniz Institute for Science and Mathematics Education) as new contributing institution! The IPN Library manages the Institute’s Open Access publication fund which pays APCs for articles published by IPN scientists.

About the dataset

The initial dataset contributed by the IPN contains information on publication fees paid in 2016 and 2017.

Cost Data

The data covers publication fees for 26 articles. Total expenditure amounts to 57 512€ and the average fee is 2 212€.

The following table and plots show the payments the IPN Library has made to publishers in 2016 and 2017. [-> zum vollständigen Beitrag]

Weitere Informationen zu dem OpenAPC-Projekt finden sich hier.

VG Wort und das Bereitstellen von Material auf OLAT o.ä.

Dank Lernplattformen wie OpenOLAT & Co haben Studierende bequem Zugriff auf ihre Seminarunterlagen. Urheberrechtsfragen stellten sich dabei bislang nicht, denn die Universitäten zahlen jährlich einen Pauschalbetrag an die Verwertungsgesellschaft (VG) Wort, die Interessen der Verlage vertritt. Nach einem jahrelangen Rechtsstreit hat die VG Wort nun jedoch einen Rahmenvertrag mit der Kultusministerkonferenz (KMK) abgeschlossen, der ab Januar 2017 Einzelabrechnungen für digitale Semesterapparate vorsieht. Der Ärger an den Universitäten ist groß, sowohl die Landesrektorenkonferenz als auch das Kieler Universitätspräsidium und der AStA der CAU fordern Neuverhandlungen mit der VG Wort.

Antonia Stahl von der CAU hat die Problematik kurz, aber umfassend hier zusammengefasst.

Was ändert sich also für Lehrende in Schleswig-Holstein?
Der neue Rahmenvertrag sieht vor, dass die Universitäten für jede Nutzung pro Kurs und Semester einen mit der Formel

„Seiten x TN [Teilnehmer]-Zahl x 0,8 Cent“

errechneten Betrag an die VG Wort bezahlen. Wenn allerdings bereits eine digitalisierte Fassung in der Bibliothek vorhanden ist, muss diese verlinkt werden und die Einzelmeldung entfällt.
Eigene Digitalisate sind nur für den Fall erlaubt, dass das Werk nicht digital verfügbar ist, also etwa nicht als E-Book in der Bibliothek vorhanden ist. Vorlesungsfolien und Skripte sind von der Abrechnung nicht betroffen, da sie als „eigene Inhalte“ gelten (siehe diese Übersicht über meldepflichtige Werke, pdf). Zur Prüfung der Vollständigkeit und Korrektheit der Meldungen soll die VG Wort Zugriff auf die Lernplattformen bekommen.
Welche Folgen eine Einzelabrechnung hätte, zeigt ein Pilotversuch der Universität Osnabrück im Wintersemester 2014/15. Waren ein Jahr zuvor noch etwa 4.500 Texte auf der Lernplattform verfügbar, sank die Zahl beim Pilotversuch auf ca. 1.000. Viele Dozierende verzichteten auf die Bereitstellung, weil sie Schwierigkeiten bei der Einordnung der Werke hatten [Quellen: Simon Rebiger: Unirahmenvertrag schränkt digitales Lernen ein. 02.11.2016 ; Leonhard Dobusch: Deutsche Universitäten 2017 im digitalen Ausnahmezustand: Kämpfen oder Kapitulieren? 06.12.2016

Da die CAU dem Rahmenvertrag mit der VG Wort nicht zustimmt, führt das für die Lehrenden zur folgenden Situation:

digitaler_semesterapparat_regelung2017

Damit bleibt den Lehrenden noch folgendes übrig: Sie können einen Link zu eBooks oder Zeitschriften in die Unterlagen tun bzw. Literaturlisten bereitstellen und die Studierenden müssen sich die Dokumente aus der Unibibliothek oder vom IPN (oder einer anderen Bibliothek) holen. Sie können sogenannte Open Educational Resources benutzen, also online frei verfügbare Materialien, die unter einer Creative Commons Lizenz stehen, eigene Materialien verwenden (eigene Texte, eigene Arbeitsblätter etc.) oder gemeinfreie Werke.
Das ist im Endeffekt immer  noch eine ganze Menge Material, bedeutet natürlich aber für alle Lehrenden erst mal einen Mehraufwand, weil diese ihre Semesterapparate/OLAT-Kurse neu befüllen müssen.

Nachtrag 1: In der am 09.12.2016 veröffentlichten Pressemitteilung der Hochschulrektorenkonferenz wird auf eine adhoc eingerichtete Arbeitsgruppe hingewiesen, die einerseits bis Ende 2016 einen Lösungsvorschlag vorlegen wird und andererseits bis zum 30. September 2017 eine praktikable Lösung an den deutschen Hochschulen implementieren soll [Pressemitteilung HRK].

Nachtrag 2: Es ist zu einer vorläufigen Einigung zwischen der VG Wort, der Hochschulrektorenkonferenz und Kultusministerkonferenz gekommen. Es wird bis zum 01.10.2017 ein Moratorium geben, dessen Eckpunkte noch vor Weihnachten bekanntgegeben werden sollen. Während des Moratoriums wird ein neuer Vorschlag zur Abrechnung der Vergütungspflicht gem. § 52a UrhG von der Arbeitsgruppe, bestehend aus Vertretern der VG Wort, KMK und HRK, erarbeitet. Es ist daher nicht mehr notwendig, veröffentliche Sprachwerke (Auszüge aus Texten und Büchern) aus OpenOLAT zu löschen.

BMBF veröffentlicht eigene Open-Access-Strategie

Heute hat das BMBF seine eigene Open-Access-Strategie veröffentlicht  (vgl. die Pressemitteilung des BMBF und https://www.bmbf.de/files/Open-Access-in-Deutschland_Online-Publikation.pdf).

Diese enthält zum einen ein OA-Mandat für BMBF-geförderte Projekte, zum anderen aber auch interessante Ansätze für eine zentrale nationale Rolle  des BMBF bei Open Access. Z.B. soll es ein BMBF-Dialogforum mit „zentralen Akteuren des deutschen Wissenschaftssystems“ geben oder einen nationalen „Open-Access-Monitor“, der nicht nur den Anteil von OA-Veröffentlichungen an allen Publikationen messen soll, sondern auch die finanziellen Aufwendungen in diesem Bereich.

Marco Tullney von der TIB hat dazu bereits eine sehr differenzierte und lesenswerte Einschätzung auf dem Blog der TIB veröffentlicht. Er schreibt:

Insgesamt ist die Open-Access-Strategie zu begrüßen. Bemerkenswert ist das klare Bekenntnis zu Open Access und zur Umstellung auf Open Access. Ähnliche Positionierungen haben v.a. die Forschungsorganisationen in der letzten Zeit vorgenommen, zuletzt mit deutlich klarer und schärfer als bisher formulierten Open-Access-Strategien die Helmholtz-Gemeinschaft und die Fraunhofer-Gesellschaft. Auch die Leibniz-Gemeinschaft überarbeitet zur Zeit ihre Open-Access-Strategie. Sie hat sich bereits im „Pakt für Forschung und Innovation“ für das Ziel, Open Access zum Standard zu machen, ausgesprochen.

Im Detail finden sich teilweise noch wenig konkrete Festlegungen und Ziele. Es wird vor allem auf die bereits existierenden Initiativen und Trends verwiesen. Hier möchte das Ministerium unterstützen durch eigene Aktivitäten (Information, Auswertung). Bei den eigenen Förderkriterien bleibt die genaue Positionierung noch unklar, aber grundsätzlich ist eine Open-Access-Klausel in der BMBF-Förderung sehr begrüßenswert. Das Ziel des Monitoring ist spannend und notwendig (siehe auch „Wie messen wir unseren Open-Access-Anteil“) und verdient die Unterstützung weiterer Akteure aus der Wissenschaftslandschaft. Ein Strategiepapier legt die großen Linien fest. Die Implementierung der angekündigten Maßnahmen wird Konkretisierungen erfordern, dabei wird es auch vielfältige Kooperationsmöglichkeiten mit existierenden Vorhaben geben.

Das BMBF legt Wert darauf, dass die Open-Access-Modelle nur gelingen können, wenn die digitalen Publikationen „durch technische und organisatorische Maßnahmen zitierbar, auffindbar und dauerhaft verfügbar“ gemacht werden können. Es ist gut, dass wir Bibliotheken und Einrichtungen der Informationsinfrastruktur haben, die sich bereits seit langem dafür aufgestellt haben und die solche Anforderungen in Regelsets wie dem des DINI-Zertifikats verankert haben. Die Open-Access-Transformation kann kommen!

Die „Welt“ hat ebenfalls dazu ein Interview mit Bundesministerin Wanka geführt:                                                  https://www.bmbf.de/de/das-buch-wird-nicht-verdraengt-3338.html

IPN bekennt sich zu Open Access

Die Geschäftsleitung des IPN hat am Montag dieser Woche ein Papier zur Open Access Policy des IPN verabschiedet. Die Direktorinnen und Direktoren empfehlen den IPN-Wissenschaftlerinnen und -Wissenschaftlern, Forschungsergebnisse im Sinne des Open Access-Prinzips zu veröffentlichen. Dies geschieht im IPN möglichst unmittelbar durch Veröffentlichung in Open Access-Publikationsmedien und – im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten – durch parallele oder schnellstmögliche nachträgliche Zugänglichmachung der Publikationen über Dokumentenserver (Repositorien). Bei unmittelbarer Open Access-Veröffentlichung empfiehlt das IPN die Veröffentlichung unter einer freien Nutzungslizenz (zur Zeit CC BY 4.0).

Open Access steht für den unbeschränkten und kostenlosen Zugang zu qualitätsgeprüfter wissenschaftlicher Information im Internet. Durch den Wegfall technischer, finanzieller und rechtlicher Barrieren trägt Open Access dazu bei, wissenschaftliche Innovationsprozesse zu beschleunigen und die Sichtbarkeit von Forschungsergebnissen zu verbessern. Dadurch werden wissenschaftlich Arbeitende in ihren Forschungs- und Publikationsprozessen unterstützt und der Nutzen öffentlich geförderter Forschung maximiert. Das Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik (IPN) als Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft bekennt sich zu Open Access. Mit seinem Auftrag, durch Forschung die Pädagogik in den Naturwissenschaften und in der Mathematik weiter zu entwickeln und zu fördern und Grundlagenforschung im Bereich Lehren und Lernen durchzuführen, hat das IPN ein besonderes Interesse daran, seine Ergebnisse frei zugänglich zu machen. Es folgt damit der „Berliner Erklärung über offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen“ und der „Leitlinie zu Open Access in der Leibniz-Gemeinschaft“ (Pressemitteilung des IPN).

IPN_OpenAccessPolicy

SAVE THE DATE: Open-Access-Workshop für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren

Open-Access-Workshop für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren in der Leibniz-Gemeinschaft am 16.09.2015 in Bremen

Am Mittwoch, 16.09.2015, am Vortag der Jahrestagung des AK Bibliotheken und Informationseinrichtungen der Leibniz-Gemeinschaft, findet ein Open-Access-Workshop für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren in der Leibniz-Gemeinschaft statt. Der Workshop wird von ZB MED – Leibniz Informationszentrum Lebenswissenschaften, der Technischen Informationsbibliothek Hannover (TIB), der ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft, dem Arbeitskreis Open Access und der Geschäftsstelle der Leibniz-Gemeinschaft organisiert.

Die Veranstaltung wird aus Vorträgen und fachspezifischem Erfahrungsaustausch bestehen und sich thematisch an den Open-Access-Aktivitäten der Leibniz-Gemeinschaft orientieren. Sie richtet sich an Open-Access-Beauftragte oder -Verantwortliche, Publikationsmanagerinnen und -manager sowie alle anderen Interessierten aus Leibniz-Instituten.

♥ Liebe WissenschaftlerInnen, das ist euer Stichwort! Kommt nach Bremen, werdet Open Access Multiplikatoren und zeigt eurer Community wie die Zukunft des Publizierens aussieht! ♥

Die Veranstaltung findet am 16.9.2015 von 9-18 Uhr im Leibniz-Zentrum für Marine Tropenökologie GmbH in Bremen statt. Die Teilnahme ist kostenlos.

Das vorläufige Programm finden Sie hier: SAVE_THE_DATE_Open_Access_Workshop. Die Registrierung wird voraussichtlich ab Mitte Juli möglich sein.

 

„The Bad News About the Good News“ – Nachlese zum BarCamp Science 2.0

Die gute Nachricht (laut Christian Heise) zuerst: Openness has won!

Wie das im Detail aussieht wurde am Dienstag (24.03.2015) auf dem der Science 2.0 Conference vorgelagerten BarCamp diskutiert. Es stand dabei unter dem Motto “Opening up Science, crossing borders”, das zum Glück so weit gefasst ist, das man da quasi alles diskutieren kann. Was bei den knapp 40 Teilnehmern dann auch zu einer erstaunlichen Breite an Session-Themen geführt hat.

Die fleißigen Organisatoren der ZBW haben über Etherpads dafür gesorgt, dass die Diskussionsstränge und -ergebnisse mit allen geteilt werden konnten: https://etherpad.wikimedia.org/p/s20bar

Der Rahmen (WLAN, Räume, Essen und Trinken) war ebenfalls ganz hervorragend organisiert.

Das war ja mein erstes BarCamp und zum Glück bin ich um die „offizielle“ Regel, dass alle Neulinge eine Session anbieten müssen, drumherum gekommen und konnte es somit als Teilnehmerin genießen.  Und beim Blick auf den Sessionplan ging schon das Gefühl los: es gibt eindeutig zu viele spannende Sessions und ich würde mich gern spontan verdoppeln oder verdreifachen. So ist die Qual der Wahl das erste was man lernt (ich will gar nicht wissen wie das bei den großen BarCamps ist O_o). Entschieden hatte ich mich als erstes für The Research Institute of/for the 21st century von @janschmidt. Hier diskutierten wir darüber, ob es in Zukunft noch Forschungsinstitute resp. Universitäten geben wird (Ja, aber…) und wie diese gegebenenfalls arbeiten. In dem Zusammenhang kam auch die Frage auf, ob wir in Zukunft noch Professoren/ Doktoren etc. brauchen oder ob wir nicht alle Citizen sind, die an einer Einrichtung wissenschaftlich tätig sind, ohne Titel oder Hierarchien. Ein schöner Gedanke. Jedenfalls sind wir zu dem Schluss gekommen, dass auch in Zukunft eine Forschungs- und Informationsinfrastruktur nötig sein wird und dies wahrscheinlich dann die Aufgabe der Forschungseinrichtungen sein wird, diese zur Verfügung zu stellen.

Session zwei war dann Altmetrics and scholarly communication von @PeterKraker und @elisab79, nicht so viel neues für mich dabei aber doch noch ein paar interessante Aspekte, vor allem aus der Diskussion nach dem kurzen Einführungsvortrag der beiden. So spannend, dass wir am Ende noch zu dritt so lange quasselten, bis die Hälfte der Mittagspause schon rum war. Also auf, Essen fassen. Hier dann ausführlich mit @Sascha_Foerster über seine Diss geschnackt und schwupps war die Zeit rum und es ging weiter mit Session 3. Manche Tage haben eindeutig zu wenig Stunden. Deshalb bin ich auch zu spät zu der Inforunde zum Thema German-speaking Open Science working group von @christianheise gekommen. Es wurde die Open Science AG Deutschland vorgestellt, die letztes Jahr im Rahmen des OK Festivals entstanden ist und geprüft, ob sich noch weitere Mitstreiter finden. Das Interesse daran war eigentlich bei allen vorhanden, aber wie so häufig fehlt die Zeit. Von der Open Science AG Graz kann gelernt werden, dass das Engagement eher bei konkreten Aktionen entsteht (z.B. open science ASAP, Hackathon mit Community-Treffen im Anschluss), ein Weg der auch hier eingeschlagen werden soll. Wichtig ist, das Bewusstsein für das Thema Open Science / Open Knowledge zu schaffen und es präsent zu halten.

Bei Session 4 war ich erst unentschlossen, wohin mich wenden. Bin dann zu @lambo zu Open Web Index: Why, how and who? gegangen und habe eine Menge über Webindizes, das Internet Archiv und Suchmaschinen gelernt.


Die letzte Session vereinte die beiden Diskussionsleiter vom Nachmittag (@lambo, @christianheise) und drehte sich eigentlich um zwei Themen: Facebook for science services and collaborative Tools. Leider haben wir nur den erste Teil konkret geschafft, wobei ResearchGate und Mendeley ja auch kollaborative Tools sind. Im Etherpad findet sich dazu auch eine Linkliste. Als Kernaussagen ließ sich festhalten, dass diese Facebook-für-Wissenschaftler-Tools wohl deshalb so gut funktionieren, weil sie ermöglichen, dass man im Web gefunden wird und sich dabei auch noch gut darstellen kann. Außerdem haben viele eine gute Nutzerperformance, funktionieren und sind einfach zu verstehen. Aber da sie kommerziell sind, sind alle Daten die dort drin landen, das Eigentum der Anbieter. Das ist dann doch sehr problematisch.

Alles in allem hat es mir sehr gut gefallen, diese offene Variante der Themen, wenig organisatorische Vorgaben und die Freiheit zu diskutieren, was man eben gerade spannend findet, ist eine tolle Mischung. Und da wir nur so wenige waren, sind alle problemlos zu Wort gekommen! Durch die Etherpads und Twitter hatte man außerdem die Chance zu verfolgen, was in den andern Diskussionsrunden so lief.

Und auf alle Fälle versuche ich künftig noch mehr BarCamps zu besuchen 🙂

Barcamp_Science20_600x314

Science 2.0 Barcamp

Morgen startet das Science 2.0 Barcamp, quasi das Vorprogramm der Science 2.0 Conference. Ich habe mich ja bei Twitter eher aus Versehen zum Bloggen gemeldet und bisher habe ich nichts dazu geschrieben. Nun ist es auch schon so spät, aber ich werde dennoch kurz was dazu schreiben, weil: das ist mein erstes. Man glaubt es kaum, aber ja, das ist das allerallererste Barcamp meines Lebens. Verrückt oder? Jedenfalls bin ich doch recht aufgeregt und habe entschieden, das morgen vor allem als Beobachter (soweit das als Barcamp-Teilnehmer möglich ist :)) anzugehen und mich einfach überraschen zu lassen. Auf alle Fälle freue ich mich auf den Short Talk von Christian Heise und überhaupt die Themenliste verspricht viele spannende Sessions. Vielleicht dokumentiere ich einfach in einem der Session-Pads, wenn ich sonst nicht viel beitragen kann. Mal sehen. Ich lasse mich überraschen und werde auf alle Fälle die Ergebnisse und einen Erfahrungsbericht hier veröffentlichen.

CU tomorrow!

P.S. auf der anschließenden Science 2.0 Conference bin ich auch unterwegs und am Donnerstag am Poster der Projektgruppe „Altmetrics for large, multidisciplinary research groups“ zu finden.

Workshop „Erfolgreiches Journal-Management“ 22./23.1.2015

Save the date: Workshop „Erfolgreiches Journal-Management“ 22./23.1.2015

Im Januar 2015 wird zum dritten Male in der Leibniz-Gemeinschaft ein Workshop zum erfolgreichen Journalmanagement von Open Access Journals durchgeführt.

Der Workshop richtet sich an Kolleginnen und Kollegen aus den Leibniz-Instituten, die aktiv an der Herausgabe von Fachzeitschriften beteiligt sind, und wird in Kooperation mit dem Arbeitskreis Open Access veranstaltet.

Das Programm wird folgende Schwerpunkte haben:

  • Beispiele aus der Leibniz-Gemeinschaft zur Digitalisierung von Zeitschriftenarchiven
  • Vorträge zu strategischen Aspekten und aktuellen Entwicklungen
  • Interaktive Session zur Steigerung der Sichtbarkeit, z.B. durch Social Media

Details gibt es im beigefügten Flyer: leibniz-journal-management-2015-save-the-date