Archiv der Kategorie: Open Access

Schleswig-Holstein startet Open-Access-Strategie

Open Access-Strategie in Schleswig-Holstein eingeleitet

Am 18.11.2014 legte Wissenschaftsministerin Kristin Alheit dem Kabinett die Open-Access-Strategie des Landes vor. Sie wurde gemeinsam mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, Landespolitikerinnen und -politikern aller Fraktionen, Hochschulen und der Deutschen Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften Kiel entwickelt.

Die Strategie umfasst v.a. folgende Elemente:

  • Bekenntnis der Hochschulen zu Open Access durch Unterzeichnung der „Berliner Erklärung“ für den offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen.
  • Schaffung eines rechtlichen Beratungsangebotes (2015) für Publizierende im Bereich Open Access, z.B. zu urheberrechtlichen Fragestellungen.
  • Aufbau eines landesweiten Open-Access-Dokumentenservers (geplant bis 2016). Dadurch will die Landesregierung Forschenden der Hochschulen im Land die Chance eröffnen, sich weltweit zu präsentieren.
  • Einrichtung eines Publikationsfonds (2015), mit dem insbesondere Publikationsgebühren von Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern in renommierten Open Access-Medien gefördert werden können. Damit sollen insbesondere dem wissenschaftlichen Nachwuchs neue Möglichkeiten erschlossen werden.

Weitere Informationen und den Link zum Strategietext findet ihr hier.

Sie schreiben an einem Artikel und wissen noch nicht, wo Sie einreichen wollen?

Probieren Sie doch mal den automatischen Journal/Author Name Estimator JANE aus:

Das Prinzip ist relativ einfach. Man kopiert das Abstract seines Artikels in die Suchmaske, der Such-Algoritmus findet Artikel, die ähnliche Worte in ähnlichen Kombinationen enthalten. Dann werden die Zeitschriften, in den diese Artikel erschienen sind, aufgelistet. Besonders gut funktioniert das ganze für medizinische Zeitschriften. Das liegt zum einen daran, dass die medizinische oder biowissenschaftliche Fachsprache eine gute semantische Auswertung erlaubt, zum anderen liegt es aber auch daran, dass PubMed relativ offen mit den Daten der gelisteten Journals umgeht und das Abgreifen dieser Daten über automatische Dienste erlaubt. Das heißt, die Datenbank PubMed bildet häufig den Datengrundstock, aus dem die Zeitschriften vorgeschlagen werden. Aber nicht nur.

Bei Jane können Sie außerdem unter den erweiterten Optionen auch die Publikationssprache auswählen, und Ihrem Artikel eine Klassifizierung hinzufügen, zum Beispiel, ob es sich um eine Klinische Studie handelt, oder einen klassischen Artikel, ein Review oder eine Meta-Analyse. Mit Jane können Sie übrigens auf die gleiche Weise auch nach Experten in einem bestimmten Fachgebiet suchen.

In der Ergebnis-Liste, die nach der von eigenfactor.org entwickelten Article Influence Score sortiert ist, wird außerdem direkt angegeben, ob es sich um Open Access Zeitschriften handelt oder nicht. Einen vergleichbaren Service bietet der Journal Selector der Firma Edanz Editing. Beide Tools sind kostenfrei nutzbar.

So viel zur Theorie. Am besten, Sie testen einfach mal, und lassen uns wissen, ob Sie die Vorschläge hilfreich fanden.

Quelle: Astrid Vieler: „Semantische Unterstützung bei der Suche nach dem passenden Journal.“ http://www.uni-muenster.de/ZBMed/aktuelles/5094 [zuletzt geprüft am 28.05.2014]

Nachlese: Science 2.0 Conference

Krankheitsbedingt erfolgt jetzt erst das Resümee der Science 2.0 Conference.

Am 26. und 27. März 2014 fand in Hamburg im Empire Riverside Hotel die First International Science 2.0 Conference statt. Ausgerichtet wurde die Konferenz vom Leibniz-Forschungsverbund Science 2.0 und GOPORTIS. Mehr als 150 Teilnehmer aus 11 Ländern waren zu dieser ersten interdisziplinären Tagung zur digitalen Wissenschaft angereist. Leider war sie durch die althergebrachten Konferenzstrukturen (30-35 Minuten Vortrag, 3 Nachfragen und dann weiter) eher eine Konferenz 1.0 zum Thema Science 2.0 und dem Thema vom Aufbau her damit nur bedingt angemessen. Auch wenn ein Twitter-Hashtag und der Live-Stream ein Schritt in die richtige Richtung sind, wäre  es wünschenswert, wenn die Organisatoren für die 2. Konferenz 2015 über ein BarCamp oder eine andere offene Konferenzstruktur nachdenken würden.

Aber genug der Kritik. Hauptthemen der Tagung waren (1) Nutzung moderner Internettechnologien im Forschungsprozess, (2) Social Web im Wissenschaftsalltag und (3) neue Formen der Wissenschaftskommunikation, die durch die zahlreichen spannenden Vorträge und Poster gut präsentiert wurden.
Highlights waren für mich die 2 Lightning Talks und Poster Cafés (jeweils 14:00-15:30 Uhr), in denen Projekte aus dem Forschungsverbund (Tag 1) und aus den Bibliotheken zum Thema Science 2.0 (Tag 2) in 3-minütigen Talks und dann am Poster vorgestellt wurden. Außerdem die Vorträge von Prof. Dr. David Nicholas  [Slides], Prof. Michael Granitzer [Slides], Prof. Paweł Szczęsny [Slides] und Prof. Denis Helic [Slides].

Das IPN war als Mitglied des Forschungsverbundes Science 2.0 selbstverständlich auch mit einem Beitrag vertreten. Ich habe einen Talk zum Thema „Altmetrics in a Large, Multidisciplinary Research Groups: A Case Study of the Leibniz Association“ [Slides] gehalten und zusammen mit den Mitgliedern der Projektgruppe „Altmetrics in verschiedenen Wissenschaftsdisziplinen“ das dazugehörige Poster vorgestellt.

Alles in allem war es eine gelungene, spannende Konferenz, in der wir als Projektgruppe auch einige neue Kontakte knüpfen konnten und frische Ideen für die Fortführung unseres Projektes sammeln konnten.

Siehe auch:                                                                                                                                                                                              http://www.zbw.eu/de/ueber-uns/aktuelles/meldung/news/erste-internationale-science-20-conference-erfolgreich-abgeschlossen-wissenschaftliche-biblioth/                                                                                                                                                                 http://hybridpublishing.org/2014/03/international-science-2-0-conference-twitter-review-day-1/                                                   http://eventifier.com/event/sci20conf/popular                                                                                                                                                           https://www.rebelmouse.com/sci20conf/                                                                                                                                                                     http://www.infomous.com/node/49631                                                                                                                                                                         http://www.hbxt.org/2014/03/wir-brauchen-auch-conference-2.html

Forschungsdatenrepositorien im Bereich Bildungswissenschaft

Immer mehr Forschungsförderer und Open Access Verlage (z.B. PLOS) verlangen nicht nur Publikationen, sondern auch, dass  die entsprechenden Primär- und Forschungsdaten mitgeliefert und/oder archiviert werden. Auch viele Forschungseinrichtungen selbst begrüßen diesen Schritt oder sind ihn schon gegangen.

Auch in der Bildungsforschung fallen regelmäßig Rohdaten an (z.B. bei Längsschnittstudien wie PISA oder IGLU oder bei Lernfortstandsmessungen und Unterrichtsbeobachtungen usw.). Diese sollten für die Nachvollziehbakeit und eventuelle Wiederholungen in einem Forschungsdatenrepositorium archiviert und wenn möglich mit einem persistenten Identifier versehen werden. Das hat folgende Vorteile:

  • Zeugnis guter wissenschaftlicher Praxis
  • Forschungsdaten sind zitierbar
  • permanent verfügbar und können nachgenutzt werden

Um zu ermitteln, welches Repositorium für einen in Frage kommt, gibt es das DFG-gefördert Projekt re3data.org, das sich selbst wie folgt beschreibt:

The goal of re3data.org is to create a global registry of research data repositories. The registry will cover research data repositories from different academic disciplines. re3data.org will present repositories for the permanent storage and access of data sets to researchers, funding bodies, publishers and scholarly institutions. In the course of this mission re3data.org aims to promote a culture of sharing, increased access and better visibility of research data. (Quelle: http://www.re3data.org/about/)

Für die Bildungsforschung gibt es mittlerweile 15 entsprechende Forschungsdatenrepositorien: u.a. das Nationale Bildungspanel, das Forschungsdatenzentrum Bildung, das Resource Center for Minority Data und weitere.

Factsheet zu Open Access

Die Kooperationsstelle EU der Wissenschaftsorganisationen (KoWi) hat im Januar ein Factsheet zu Open Access (OA)veröffentlicht, das ich keinem vorenthalten möchte.

In dem 12-seitigen Papier wird noch einmal kurz erläutert, was Open Access ist und wie es bei Publikationen funktioniert.  Danach gehen die AutorInnen auf die Bedingungen von Open Access in Horizon 2020 und die Vorgaben der EU zu Open Data ein. Mit einem Überblick über die OA-Strategien in Deutschland, Österreich, Großbritannien und den USA sowie einer Übersicht mit weiterführenden Informationen schließt das Factsheet ab.

Ich empfehle jedem Interessenten und vor allem denjenigen, die Anträge im Rahmen von Horizon 2020 stellen, diese kurze und leicht verständliche Zusammenstellung der wichtigsten Informationen zu lesen und bei der Antragstellung zu Rate zu ziehen.

KoWi Factsheet OA

Copernicus Publications: Article-level metrics

Der Open Access Verlag Copernicus hat die Möglichkeiten alternativer Metriken konsequent umgesetzt und so die Impact-Messung auf Artikel-Ebene seiner Publikationen ermöglicht.

Article-level metrics (ALMs) aim to quantify the usage (downloads, views), impact (citations), saves (bookmarks), and discussion (social media) of scholarly work at the article level. ALMs comprise a set of easy-to-understand real-time impact indicators that track how an article is read, discussed, or cited. The usage is collected from individual accesses to the Copernicus library servers (robot traffic is filtered), the impact is counted from CrossRef and Google Scholar citations, the saves are counted from CiteULike and Mendeley, and the discussions are represented by Research Blogging, Facebook, ScienceSeeker, Nature Blogs, Wikipedia, WordPress.com, Reddit, and Google Blogs.

In comparison to the traditional way of measuring impact at the journal level, ALMs offer a more informative way of assessing the overall influence and reach of the articles themselves.

Article-level metrics are available for all articles of journals published by Copernicus Publications. Authors can stay up to date with their published articles and share the information about the impact of their published work with peers, funding institutions, research bodies, and the overall scientific community.

http://publications.copernicus.org/services/article_level_metrics.html

Erfolgreiches Journal-Management

Ein Hinweis aus und für die Leibniz-Gemeinschaft:

Vom 30.-31. Januar 2014 findet ein Workshop "Erfolgreiches Journal-Management: Qualität und Reputation" statt, zu dem nun das Programm verfügbar ist. Die Anmeldung ist ebenfalls geöffnet.

Der Workshop richtet sich an Kolleginnen und Kollegen aus den Leibniz-Instituten, die aktiv an der Herausgabe von Fachzeitschriften beteiligt sind.

Inhalt:
- Darstellung der OA-Aktivitäten der Leibniz-Gemeinschaft mit Schwerpunkt auf wissenschaftliche Open-Access-Zeitschriften
- Blick über den Tellerrand: Vorträge zu strategischer Planung, zu rechtlichen Aspekten und zu Social Media
- World Café zu Themen rund um Qualität und Reputation

Details zum Programm entnehmen Sie bitte dem beigefügten Flyer. Es wird keine Registrierungsgebühr erhoben. Die Teilnahme am gemeinsamen Abendessen am 30.01. ist freiwillig und geschieht auf Selbstzahlerbasis.

Bitte melden Sie sich bis zum 10. Januar 2014 unter folgender Web-Adresse an:

  http://bit.ly/1bhv9qw

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir aufgrund der Begrenzung der Teilnehmerzahl auf 40 Personen zunächst nur eine Anmeldung pro Leibniz-Institut annehmen können. Bei der Anmeldung haben Sie jedoch die Möglichkeit, weitere Personen aus Ihrem Institut zu nennen, die wir dann ggfls. nachladen können; bitte sprechen Sie sich mit Ihren Kollegen diesbzgl. ab.

Rückfragen nimmt gerne entgegen: 

Dr. Marc Herbstritt, Schloss Dagstuhl - Leibniz-Zentrum für Informatik, marc.herbstritt@dagstuhl.de

Herzliche Grüße,

Marc Herbstritt
Eva Patzschke
Olaf Siegert
Anja Pelzer-Brennholt

leibniz-journal-management-2014-programm

Zweitveröffentlichungsrecht

Der Bundestag hat Anfang Oktober der Änderung des Urheberrechtsgesetzes zugestimmt und damit einen Vorschlag der Bundesregierung aus der letzten Legislaturperiode umgesetzt. Die Änderung wurde im Bundesgesetzblatt Teil I Nr. 59 vom 08. Oktober 2013 veröffentlich und tritt am 01. Januar 2014 (Regelungen zu den „vergriffenen Werken“ am 1. April 2014) in Kraft. Dabei wurde dem §38 des Urheberrechts folgender Absatz 4 hinzugefügt:

„(4) Der Urheber eines wissenschaftlichen Beitrags, der im Rahmen einer mindestens zur Hälfte mit öffentlichen Mitteln geförderten Forschungstätigkeit entstanden und in einer periodisch mindestens zweimal jährlich erscheinenden Sammlung erschienen ist, hat auch dann, wenn er dem Verleger oder Herausgeber ein ausschließliches Nutzungsrecht eingeräumt hat, das Recht, den Beitrag nach Ablauf von 12 Monaten seit der Erstveröffentlichung in der akzeptierten Manuskriptversion öffentlich zugänglich zu machen, soweit dies keinem gewerblichen Zweck dient. Die Quelle der Erstveröffentlichung ist anzugeben. Eine zum Nachteil des Urhebers abweichende Vereinbarung ist unwirksam.“

(Nachzulesen hier: Bundesgesetzblatt Teil I Nr. 59 )

Dieses Gesetz gilt selbstverständlich für alle wissenschaftlichen Mitarbeiter der Leibniz-Gemeinschaft und sollte bei Publikationen ab 2014 immer beachtet werden!

Open Access: Das Urheberrecht muss der Wissenschaft dienen

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat dieses Jahr für sich entdeckt, das frei zugängliches Wissen und Informationen Forschung unterstützen und Innovationen vorantreiben kann. Außerdem kam es zu dem Schluss, dass wissenschaftliche Informationen aus öffentlicher Finanzierung auch frei im Netz verfügbar sein sollen. Deswegen hatte es  einen strategischen Dialog zum Thema „Wissenschafts- und innovationsfreundliches Urheberrecht für die digitale Wissensgesellschaft“ einberufen, in dem unter anderem Akteure und Fachleute aus der wissenschaftlichen Praxis, den Wissenschaftsorganisationen, dem Bibliotheks- und Museumswesen, dem Bildungs- und Innovationssektor, dem wissenschaftlichen Verlagswesen, der Verwaltung sowie Urheberrechtler tätig waren.

Als Ergebnis können u.a. sowohl die Regelung zu verwaisten und vergriffen Werken und das unabdingbare Zweitveröffentlichungsrecht, gültig ab 2014, festgehalten werden.

Weitere Informationen unter:

Newsletter BMBF

Wissen für alle: Open Access!

Aus Anlass des 10. Jahrestags der „Berliner Erklärung“ veranstaltet die Max Planck Science Gallery vom
25. Oktober bis 23. November 2013 Themenwochen zu Open Access.

AUSSTELLUNG  Wissen für alle: Open Access!

25.10.2013 – 23.11.2013

Die Ausstellung gibt Einblicke in die Welt des wissenschaftlichen Publizierens und die Globalisierung von Wissen.
Sie erklärt Schlüsselbegriffe und Hintergründe zu Open Access und zeigt die verschiedenen Perspektiven der Hauptakteure im Publikationssystem.

VERANSTALTUNGEN

4.11.2013 | 19 Uhr

Kulturgut im Zeitalter der digitalen Reproduzierbarkeit. Was bringt Open Access Museen
und Sammlungen?

Podiumsgespräch mit:

Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz

Jürgen Renn, Direktor am Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte, Berlin

18.11.2013 | 19 Uhr

Who’s afraid of red tape? Open Access for a next generation science library

Podiumsgespräch in englischer Sprache mit:

Rick Luce, Dekan der Bibliotheken der University of Oklahoma

Jens Vigen, Leiter der Forschungsbibliothek am CERN

Der Eintritt ist frei.

 Wir freuen uns über Ihre Anmeldungen unter: sciencegallery@gv.mpg.de

Veranstaltungsort: Max Planck Science Gallery | Markgrafenstraße 37 | 10117 Berlin

 Das gesamte Programm finden Sie auch unter:

www.mpg.de/openaccess2013 und www.max-planck-science-gallery.de