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Psychology: A high-prestige, community-based journal

Die Frage, was man als einzelne/r WissenschaftlerIn für die Förderung von Open Science tun kann, bewegt viele immer wieder. Neben dem ständigen Austausch mit den KollegInnen und der Verwendung von offenen Standards und Werkzeugen in der wissenschaftlichen Arbeit, z.B. Open Source Software und Tools wie GitHub, ist die Veröffentlichung wissenschaftlicher Ergebnisse als Open-Access-Variante eine Möglichkeit. Ein weiterer Schritt ist die Umwandlung von subskriptionsbasierten Journalen in Open-Access-Journale. Ein aktuelles, erfolgreiches Beipiel ist das Journal Glossa, ehemals Lingua. Bei diesem ehemaligen Elsevier-Journal ist der gesamte Herausgeberkreis zurückgetreten, nachdem der Verlag sich weigerte auf Open Access umzustellen und ist zur Open Library of Humanities gewechselt, um dort eine linguistische Open-Access-Zeitschrift zu hosten. Entgegen aller Unken-Rufe hat das der Zeitschrift nicht geschadet: „Not everything was bad in 2016: Glossa received 319 submissions, about the same number of articles as were submitted to Lingua in 2013, 2014, and 2015.“ [Quelle]

Das Beispiel Lingua/Glossa ist deshalb von so großer Bedeutung, weil es zeigt, dass die Marktmacht der Verlage durchaus angreifbar ist. In den meisten Disziplinen ist die Reputation der Verlage nebensächlich, die Reputation der Herausgeberkreise dafür umso relevanter. Letztere hätten deshalb auch am ehesten die Chance, Druck auf Wissenschaftsverlage auszuüben, auf transparent finanzierte Open-Access-Modelle umzustellen.

Eine Alternative zur Open-Access-Transformation ist die Gründung einer neuen Zeitschrift. Einer community-basierten z.b., ähnlich denen die früher von den Fachgesellschaften herausgegeben wurden. Ein ganz aktuelles Beispiel hierfür ist die Gründungsabsicht des Journals Psychology: A high-prestige, community-based journal. Dazu wurde heute ein Concept Document veröffentlicht, in dem das Konzept des Open-Access-Journals vorgestellt und für Mitarbeit geworben wird. Besonders spannend ist dabei der folgende Ansatz:

1. Publication is separated from evaluation. Authors “publish” their articles on a preprint service, like PsyArXiv, and choose whether to submit the article for peer review at Psychology.

3. Reviews are open, anonymity is optional. Editors select reviewers to review, and articles are openly available for community review and comment. […]

6. Psychology is open to a variety of subdisciplines and a variety of article formats. Sections of Psychology are established based on availability of editorial leadership for that section (e.g., Psychology: Clinical, Psychology: Developmental, Psychology: Reviews, Psychology: Adversarial Collaborations). At minimum, Psychology will be open to empirical studies in standard (written after results are known) and Registered Reports formats. Individuals or groups can propose new sections to Psychology’s Editorial Board.

Ziel ist es

to establish a single prototype of a highly credible, high prestige psychology journal that meets the present culture demands for outlets that signal high achievement. Simultaneously, this prototype could facilitate a marketplace of open scholarly communication efforts by the psychology community (and beyond) using open-source tools.

Es gibt also verschiedene Möglichkeiten, wie man als einzelne/r WissenschaftlerIn im Open Science Bereich aktiv werden kann. Besser/leichter/schneller/netter geht es natürlich, wenn man Gleichgesinnte in der Community findet, sich mit diesen vernetzt und gemeinsam etwas auf die Beine stellt.