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IPN bekennt sich zu Open Access

Die Geschäftsleitung des IPN hat am Montag dieser Woche ein Papier zur Open Access Policy des IPN verabschiedet. Die Direktorinnen und Direktoren empfehlen den IPN-Wissenschaftlerinnen und -Wissenschaftlern, Forschungsergebnisse im Sinne des Open Access-Prinzips zu veröffentlichen. Dies geschieht im IPN möglichst unmittelbar durch Veröffentlichung in Open Access-Publikationsmedien und – im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten – durch parallele oder schnellstmögliche nachträgliche Zugänglichmachung der Publikationen über Dokumentenserver (Repositorien). Bei unmittelbarer Open Access-Veröffentlichung empfiehlt das IPN die Veröffentlichung unter einer freien Nutzungslizenz (zur Zeit CC BY 4.0).

Open Access steht für den unbeschränkten und kostenlosen Zugang zu qualitätsgeprüfter wissenschaftlicher Information im Internet. Durch den Wegfall technischer, finanzieller und rechtlicher Barrieren trägt Open Access dazu bei, wissenschaftliche Innovationsprozesse zu beschleunigen und die Sichtbarkeit von Forschungsergebnissen zu verbessern. Dadurch werden wissenschaftlich Arbeitende in ihren Forschungs- und Publikationsprozessen unterstützt und der Nutzen öffentlich geförderter Forschung maximiert. Das Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik (IPN) als Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft bekennt sich zu Open Access. Mit seinem Auftrag, durch Forschung die Pädagogik in den Naturwissenschaften und in der Mathematik weiter zu entwickeln und zu fördern und Grundlagenforschung im Bereich Lehren und Lernen durchzuführen, hat das IPN ein besonderes Interesse daran, seine Ergebnisse frei zugänglich zu machen. Es folgt damit der „Berliner Erklärung über offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen“ und der „Leitlinie zu Open Access in der Leibniz-Gemeinschaft“ (Pressemitteilung des IPN).

IPN_OpenAccessPolicy

Warum die Geisteswissenschaften zögern

Die Wissenschaftsseite des ORF hat den Althistoriker Walter Scheidel zum Thema Open Access in den Geisteswissenschaften befragt.

Walter Scheidel ist an der Stanford University beschäftigt und hat dort die „Princeton/Stanford Working Papers in Classics“ mit ins Leben gerufen, deren Artikel noch vor der Veröffentlichung in einem Fachorgan frei zugänglich in einem Online-Repositorium hinterlegt werden. Doch nicht nur dort, auch auf Webseiten wie dem Social Science Research Network (SSRN), Academia.edu und ResearchGate finden sich die Aufsätze.

Er konstatiert, dass diese Praxis in den Geisteswissenschaften sehr schief angeschaut wird und es auch wenig Feedback gibt. Seine Überlegung ist, dass die Geisteswissenschaften bei Pre-Prints immer noch die Befürchtung haben, dass jemand Ihre Ideen stiehlt oder missbraucht etc. Wobei das Prinzip der Vorveröffentlichung und damit auch der Vorkontrolle in den Naturwissenschaften sehr gut funktioniert. Beim arXive.org bspw., dem Pre-Print-Server für Physik, Mathematik und Informatik, werden die Pre-Prints von der Community gelesen und redigiert und die einzelnen Versionen nachvollziehbar hochgeladen.

Das ganze Interview gibt es hier.